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Freitag, 28. August 2015

Immortal : New York, 2095 ; Die Rückkehr der Götter

Text von: Andreas Terjaew

Im Jahr 2095 taucht über der Stadt New York ein Raumschiff in Form einer Pyramide auf. Ähnlich wie in der literarischen Vorlage ist die Handlung in einer dystopischen Welt angesiedelt. Die Handlung von IMMORTAL lehnt sich an die ersten zwei Bände des Comics „Die Geschäfte der Götter“ (Orig. Titiel „La foire auy immortels“, 1980) und „Die Frau aus der Zukunft“ (Orig. Titel „La femme piege“, 1986), der Alexander Nikopol Trilogie an. Teilweise scheinen die Bilder der Vorlage aus dem Comic getreu übernommen worden zu sein und sind selbst in kleinsten Einzelheiten erkennbar. Enki Bilal, der Schöpfer des Comics ist gleichzeitig auch der Regisseur der Verfilmung. Alexander Nikopol wird von dem deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann gespielt. Als Vorlage für die Figur im Comic lehnt sich Bilal an das Äußere desSchauspielers Bruno Ganz an. Diese Anlehnung wird besonders im Band „Die Frau aus der Zukunft“, dessen Handlung in Berlin spielt, anhand eines Filmplakates zum Film „DER AMERIKANISCHE FREUND“ (BRD/ Frankreich, 1977), verdeutlicht.

Im Gegensatz zum Comic befindet sich der Schauplatz des Films in New York. Nachdem der ägyptische Gott Horus sich des Körpers des in den Kälteschlaf versetzten Dissidenten Alexander Nikopol bemächtigt hat, kann er in Menschengestalt seinen Plan verwirklichen. Eine der Schlüsselfiguren ist die blauhaarige Jill, eines der wenigen Geschöpfe im Universum, das in der Lage ist, Götter zur Welt zu bringen. Mit ihrem blauen elektrisch aufgeladenen Haar ist sie für den mächtigen Konzern „Eugenics“ von besonderem Interesse. Ihre Zellstruktur scheint kaum zu altern. Alexander Nikopol war der Gründer einer Widerstandsbewegung gegen den Konzern „Eugenics“. Zum Staatsfeind erklärt wird er für mehrere Jahrzehnte in einem schwebenden Hochsicherheitsgefängnis in den Kälteschlaf versetzt, bis ein mechanischer Defekt die Kapsel, in der sich Nikopol befindet, auf die Erde abstürzen lässt. Die Vergangenheit von Alexander Nikopol wird anhand schwebender Hologrammtafeln und Parolen gegen den Konzern angedeutet. Auch das Auftauchen des Raumschiffs wird mit ungeklärten Zusammenhängen im Central Park in Verbindung gesetzt und im Hintergrund thematisiert. Im Central Park kommt es auch zum Finale des Films.

Abgesehen von einigen realen Schauspielern, ist der Film komplett computeranimiert. Die Szenerie der Metropole New York wird glaubhaft vermittelt und erinnert des Öfteren an den Film „DAS FÜNFTE ELEMENT“ (Orig. Titel „The fifth element“, Frankreich/ USA, 1997). Der Film wirkt vergleichsweise angestaubt, statt hervorstechenden grellen Farben wird die Szenerie durch kühle Farbästhetik begleitet, was sich in etwa an der Farbgestaltung des Comics orientiert und insgesamt durchaus sehenswerte Kulissen bietet. Der Charme aus antiken Göttern, politischen Machtspielen und düsterer Zukunftsvision macht den Film einzigartig. Im Fazit ist der Film trotz einiger Schwächen sehenswert und regt an, die Comicvorlage näher anzuschauen.

Literaturempfehlung
Alexander Nikopol im 21. Jahrhundert : - 1. Die Geschäfte der Unsterblichen. - 2. Aufl. - 1989.
Ju 1001 Bilal 1:01.1970-89

Alexander Nikopol im 21. Jahrhundert : 2. Die Frau in der Zukunft. - 1. Aufl. – 1988
Ju 600 Alex 1:02

Originaltitel: Immortel (ad vitam)
Regie: Enki Bilal
Land: Frankreich, Italien, Großbritannien
Jahr: 2004
Laufzeit: 103 min

Signatur: Film 10 Bila 2*
In der Filmsammlung Cinemathek der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Haus Amerika-Gedenkbibliothek).


































 
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